Sind 85% fürs erste nicht genug

Ein Versuch meine Gedanken zu sortieren

Soweit ich das verstanden habe bezog sich die Aussage „wir sind 99%“ der OWS Bewegung in erster Linie auf die zuweilen ins perverse abgleitende Verteilung von Geld und Sachreichtum innerhalb der Gesellschaft der USA. Die Revolte gegen die Finanzelite bezog ihre Kraft aus der Erkenntnis, dass eben diese nicht nur an der Verschuldung der privaten Haushalte verdient, sondern darüber hinaus mit dem Handel dieser Schulden zunächst satte Gewinne einfährt und nach dem Platzen der Spekulation die Verluste an die Gemeinschaft zurückdelegiert. Der Handel mit kreditgeschöpften Geld zum Zwecke seiner Vermehrung ohne reale Gegenleistung beschleunigt sich ungehemmt solange immer weiter und wird von immer absurderen und größenwahnsinnigen Konstruktionen einer offenbar überforderten Politik gedeckt, bis diese ihrer eigentliche Aufgabe, nämlich das Gemeinwohl, gänzlich zugunsten abstrakter Zahlenwerte aufgibt. Dieses Vorgehen richtet sich gegen 99% der Bevölkerung nicht nur der USA, sondern der ganzen Welt und so war es kein Wunder, sondern schlicht ein instinktiver Gerechtigkeitssinn und mancher Orten weit mehr, nämlich die Bedrohung der eigenen Existenz, die dazu führte, dass sich die Menschen dagegen vereinten und auf Straßen und Plätzen versammelten. Es ist ein euphorischer, kreativer und bunter Aufbruch dessen, was allzu lange unter der Oberfläche potemkinscher Demokratien brodelte, die zwar den Bürgern ein Wahlrecht einräumen, dieses aber durch Meinungs- und Finanzmonopole verwässern.

Jetzt ist sie da, endlich, diese lang ersehnte, längst überfällige Revolte gegen den anmaßenden ökonomischen Pragmatismus, der den Menschen lediglich zum Verwertungsobjekt innerhalb seiner geist- und seelenlosen Theorien verkommen läßt. Theorien, deren Begriff von Individualität sich auf Marketingphrasen und das Verteilen von Nummern reduziert. Doch kaum erwacht, droht sie in alle möglichen Richtungen zu zerfließen. Mancherorts muß man bedauerlicherweise erleben wie, kaum meint man das Diktum der fiskalischen Zahlen überwinden zu können, wiederum eine Zahl Denken und Wirken blockiert. Die 99. Losgelöst von ihrer ursprünglichen Bedeutung verselbstständigt sich diese Zahl zu einer eigenartigen Ideologie.
Man reibt sich missvergnügt die Augen, wenn man in Foren und Blogs die Einlassungen manch eines 99ers zu lesen bekommt, in denen selbstgefällig der alleinige Besitzanspruch auf die echte Demokratie bedingungslos propagiert wird, und darüber hinaus alle anderen, die es wagen nach Strukturen und Commitments zu fragen diskreditiert werden. Nicht enden wollende halbphilosophische und pseudo-politikavantgardistische Diskussionen, die nicht selten jenseits aller Netiquette geführt werden, rauben engagierten Anhängern, Sympathisanten und Mitstreitern Geduld, Kraft und Motivation. Da rühmt sich manch einer seiner historischen Bedeutung in einer so ganz neuen, so ganz anderen, so ganze innovativen Bewegung und hält diese Nabelbeschau bereits für einen revolutionären Akt. Das ist er eben so wenig wie der Besitz eines Malkastens den Inhaber zum Maler macht. Das hilft nicht. Im Gegenteil, diese Form des Beharrens schwächt nicht nur die Durchsetzungskraft der Bewegung, sondern öffnet gefährliche Flanken für Eindringlinge aller Art, die dann, aus welchen Gründen auch immer, ihr Zersetzungswerk in Gang setzen. Die nicht selten geradezu dogmatische Forderung nach allen Richtungen offen zu sein, möglichst alle mit ins Boot zu holen hat leider bei nicht wenigen den genau umgekehrten Effekt. Nämlich bei all jenen, die aus ihrer Empörung heraus verstanden haben, dass die Mechanismen gegen unser aller Entmündigung aufgehalten werden müssen, dass wir weitere Ermächtigungstendenzen nicht dulden dürfen, wenn wir unsere Souveränität erhalten wollen. Diese Menschen wollen keine formalen Diskussionen über Konsenskriterien, sondern sie wollen Teil einer Bewegung sein, die motiviert und entschlussfreudig in der Lage ist die Demokratie zu verteidigen und weiter zu entwickeln. Das ist ein ganz einfaches, klares Anliegen. „Wir sind da!“ heißt „Wir sind da!“ und nicht „Wir kommen gleich wieder, wir müssen nur erst mit allen klären ob wir am Ende des Satzes ein Ausrufezeichen oder eine Punkt setzen wollen“. Das ist zugegebenermaßen überspitzt, aber es verbildlicht das Gefühl, das einen zuweilen überkommt, das sich auszubreiten droht und möglicherweise vielen Menschen davon abhält sich anzuschließen. Es gibt keine Veränderung ohne Positionierung, auch auf die Gefahr hin manch einem das Gefühl zu geben, dass man sich von ihm abgrenzt. Eine Bewegung, die eine politische Bewegung sein will kommt nicht umhin sich zu positionieren und es sollte doch nicht zu schwer sein für die absolut grundsätzliche Forderung, nämlich der Wiedereinsetzung des Souveräns in seine verfassungsgemäße Macht, sowie die bedingungslose Anerkennung der Grundrechte eine große Mehrheit zu versammeln. Wenn es nicht alle sind, kann ich damit leben. Insbesondere wenn es gelingt mit dieser Mehrheit unser Anliegen zu formulieren und durchzusetzen. Dazu brauche ich nicht alle.
Ich meine es wäre ja auch durchaus denkbar, dass es Ansichten und Weltbilder gibt mit denen ich jeden Konsens ablehne, auf die ich nicht einen Schritt zu gehen möchte, weil sie mir in meinem ganzen Fühlen und Denken zuwider sind.
Eine Bewegung, die sich politisch positioniert kommt des weiteren nicht umhin die Widersacher als politische Gegner zu identifizieren und sie auch als solche zu benennen und ihnen ihre Grenzen aufzuzeigen. Wenn man das nämlich nicht tut werden sie mit einer Strategie fortfahren mit der sie schon allzu oft  erfolgreich waren: Sie schaffen Fakten. Ja, ich werde nicht müde das zu wiederholen. Es wäre ein dummer und verantwortungslos großer Fehler wenn man übersehen wollte, dass die Gegenseite mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mittel reagieren wird. Sie kümmern sich nicht um Verfassungen und Grundrechtskataloge. Sie setzen Regierungen ein. Die Vorgänge in Griechenland und Italien können gar nicht hoch genug bewertet werden, wenn  man sich die politische Brisanz dieser Tage vor Augen führen möchte. Selbst in Spanien, dem Ursprungsland der Bewegung Democracia real ya, kommt es jetzt zu einer konservativen Regierung, dessen Spitzenkandidat verlauten lässt, Spanien müsse sich in Brüssel Respekt zurück erobern. Daran ist unschwer abzulesen in wessen Namen die Politik dort geführt werden wird. Wie kann das sein? fragt man sich, wieso bekommt ausgerechnet dort ein Kabinett die absolute Mehrheit, das genau das Gegenteil von dem umsetzen wird, das die Menschen auf die Straßen getrieben hat. War die Bewegung nicht stark genug? War sie zu zögerlich? Hat sie versäumt sich aktiv in den Wahlkampf einzumischen?
Was ich damit sagen will ist. Wenn es uns nicht gelingt mit einer großen Mehrheit auf den Tisch zu hauen und klar und deutlich zu sagen STOPP, bis hierhin und nicht weiter, werden wir uns nicht wundern müssen, wenn Ungerechtigkeit, Unruhe, Unfrieden und Spaltung zu einer Situation führen, die für eine „Übergangszeit“ Gesetze in Kraft setzt, die weit von all dem entfernt sind, was wir als demokratisch begreifen. Nicht Ruhe ist die erste Bürgerspflicht, sondern Mobilisieren. Jeder einzelne kann in seinem Umfeld oder auf der Straße oder auf den verschiedenen Veranstaltungen helfen und dazu beitragen, dass nicht, während wir Diskussionen führen, die Raketen aufgestellt, die Zwangsvollstreckungen vorbereitet und der Sozialstaat auf ein Finanzierungskonzept für Suppenküchen reduziert wird. Dazu reichen auch 85%.

 

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So nicht !

So nicht !

Jahr um Jahr, Tag um Tag belästigt man unsere wertvolle Aufmerksamkeit mit der unsinnigen, verantwortungslosen und nicht zuletzt hinterhältigen Lüge vom Vertrauen der Märkte. Es ist der unverschämte Versuch die Absicherung der eigenen Macht mit einer wohlklingenden Absicht zu kaschieren. Möchte man den Begriff des Vertrauens tatsächlich ins Spiel bringen, so kann es nur darum gehen das Vertrauen der Menschen in die Politik wiederherzustellen und dazu ist es zu allererst notwendig, dass die Menschen das Vertrauen in sich selbst stärken und kultivieren. Und eben das passiert nun überall auf der Welt. Die Menschen fassen Vertrauen, sie fassen Mut und so wird es nicht mehr all zu lang dauern bis sie auch Entschlüsse fassen. Sie werden jeder für sich und auf seine Weise, einzeln oder in Gruppen Methoden entwickeln der Ungerechtigkeit eines sich selbst bedienenden Systems entgegen zu treten. Die zur Zeit bestimmende politische Klasse, damit sind nicht nur die Politiker sondern auch die Entscheider in der Wirtschaft gemeint, sollen sich nicht täuschen. Mit dem Vertrauen und mit dem Mut wächst auch die Aufmerksamkeit, erwachen auch die Instinkte. Die bis dato zelebrierte Kunst der Täuschung oder der Ablenkung wird nicht mehr so leicht funktionieren.

Frau Merkel gibt zur Zeit ja ein Beispiel ihres politischen Verständnisses indem sie sich wieder einmal als die zu Fleischwerdung des Opportunismus aufspielt. Sie spekuliert tatsächlich darauf mit ein paar politischen Bonbons der Bewegung „Echte Demokratie Jetzt“ den Wind aus den Segeln nehmen zu können. Im Jahre 2011 würgt sie nun endlich das Wort Mindestlohn hervor, oder um es manch einem in den eigenen Reihen etwas leichter zu machen hat man sich zur Sprachregelung „Lohnuntergrenze“ durchgerungen. Sekundiert wird der Abspeisungsplan vom Kollegen Schäuble der ganz kämpferisch mit dem Begriff „Finanztransaktionssteuer“ jonglieren darf. Gemeinsam sekundieren sie die Inthronisierungstournee der Old Boy Group Schmidt/Steinbrück um einer Neuauflage der großen Koalition den Boden zu bereiten.  Diese Spekulation wird sich ebenso wie manch andere als Blase erweisen. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass diese Provinzposse von PR-Politiktheater irgendjemanden beeindruckt. Da mag der SPIEGEL noch so vielen Heldenlieder auf die Euro-Retterin Merkel aus dem geschmierten Loch pfeifen.

Die Menschen werden diese lächerlichen Spiele nicht mehr mit spielen. Das Selbstbewusstsein der in Bewegung gekommenen Einzelnen lässt sich nicht mehr zwischen Leitartikeln und Wohlgefälligkeiten aufreiben oder verwässern. Die Politik wird um eine substantielle Neuausrichtung nicht herumkommen, einer Haltungsänderung, die sich vornehmlich an der Lebensrealtität der Menschen orientiert, und diese nicht einfach zum Ziel durchsichtiger Manipulation degradiert. Diese Politik wird eine Politik der Gestaltung sein und damit das Gegenteil jener Strategie der Bevormundung, die sich damit begnügt Interesse zu heucheln. Mögen sie die Kraft dieser Bewegung sowie die Mündigkeit der Bürger unterschätzen, zuletzt werden die Heuchler das Nachsehen haben.

 

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Der 15. Oktober ist ein Erfolg.

Der 15. Oktober ist ein Erfolg. Dies möchte ich ganz unmissverständlich vorausschicken. Er war nicht nur ein kleines Murren, ein hübscher Empörungsrülpser oder gar wie es die Rot-Grüne Exbundespräsidentenhoffnung ausdrückte lächerlich. (Rückblickend muß man dann wohl der Linken bezüglich ihrer Entscheidung damals recht geben) Die Kundgebungen waren ein deutliches Zeichen, das unübersehbar fortbestehen wird, auch wenn der Spiegel mit seiner Überschrift “99% blieben zuhause” zu suggerieren versucht die Bewegung sei eine Randerscheinung. Sie ist weitaus mehr als eine Randerscheinung, mehr als nur eine Befindlichkeit, mehr als nur Empörung. Sie ist das erste deutliche Zeichen eine Prozesses in dem sich mehr und mehr Menschen bewußt werden, dass sie nicht die Objekte eines abstrakten Wirtschafts- und Politsystems sind, sondern selbstbestimmte Personen, des Mitgefühls fähig, vom Wunsch nach Entfaltung ihrer Menschlichkeit beseelt und voller ureigenster Gestaltungskraft. Sie versammeln sich auf Straßen und Plätzen und widersprechen einer neoliberalen Ideologie, die glaubt dass der Egoismus der einzige kreative Motor des Menschen sei. Sie sammeln dort auf den Straßen und Plätzen die Erfahrung, dass sie nicht alleine sind und erfahren damit das Stück Hoffnung, das notwendig ist um nicht in Resignation zu versinken. Für mich war die Kundgebung auf dem münchner Stachus eine absolut wertvolle Erfahrung, ein bewegendes Ereignis, weil sie für diese so bunte und weitreichende Bewegung eine lebendige Entsprechung war. In den über 50 verschiedenen Redebeiträgen aus den Reihen der Demonstranten zeigte sich, dass sich die Forderung nach echter Demokratie durch alle Gesellschafts- und Altersschichten zieht, dass sie genährt wird aus ganz unterschiedlichen Hintergründen und Biographien, denen aber eines gemeinsam ist nämlich der Entschluss nicht mehr schweigen zu wollen. Aus sich selbst heraus entstand ein Forum auf offener Straße, in dem Internetklicks und Blogbeiträge gesprochenes Wort wurden. Das innere Unbehagen, ja, der innere Zorn über die tagtägliche Ungerechtigkeit und die maßlose Arroganz der politischen Klasse findet in solchen Momenten einen kraftvollen Ausdruck und die Politik sollte sich davor hüten diesen Ausdruck zu unterschätzen oder im Verbund mit manch einer Journaille zu degradieren bzw. den offensichtlich verlogenen Versuch zu starten diese für sich zu vereinnahmen. Weder die Teilnehmer der Kundgebungen, noch jene, die sich noch im Stillen damit identifizieren werden die angebotenen Ankündigungen oder gar jene lächerlich durchsichtigen Behauptungen des Verständnisses der Politik im Tausch gegen den innerer Frieden akzeptieren. Der innere Friede einer Gesellschaft entsteht einzig aus der Übereinstimmung der Politik mit den Bedürfnissen, Forderungen und Wünschen der Bevölkerung. Sollte sich also die Politik bereit finden sich zum Ausdruck der Menschen zu machen, wird sie Gehör finden. Sollte sie sich aber diesem Auftrag verweigern wird er Druck auf sie stetig zunehmen. Wir sind da, dessen sollte sich die Politik bewusst sein und sich nicht damit begnügen die Anzahl der Demonstranten in Relation zur Gesamtbevölkerung zu setzen.

 

 

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God bless……..

Die Gedenkfeiern rund um den zehnten Jahrestag wurden als große Oper für die Opfer rund um den Globus gesendet und mit ihm die Mahnung angesichts der Toten die Klappe zu halten. Die einzelnen Namen der Toten wurden feierlich verlesen und Obama trat ans Mikrofon um die Angehörigen mit den Worten aus Psalm 46 zu trösten. In diesen schon fast unheimlich wirkenden Augenblicken der Beschwörung, dieser bedenkenlosen Predigt hinter kugelsicheren Glas  stellte sich für mich vor allem die Frage: Welchen Gott möchtest Du in Anspruch nehmen, dass er als Zuflucht diene? Ist es der gleiche Gott, dem Du auf Deinen Banknoten huldigst? Ist es ein Gott, der zu Dir gesagt hat: Gehe hinaus und töte Deine Feinde hundertfach. Das ist die Logik der gesegneten Waffen. Die Namen der getöteten Zivilisten in den “Befreiungskriegen” in Afghanistan und im Irak wurden nicht verlesen, denn es ist die bittere Logik des Krieges, dass der Feind keine Namen hat. Er ist nur der Feind. Er hat keine Biographie, keine Würde, keine Familie, keinen Anspruch auf Überleben. Er hat nur die Identität des Feindes und ist damit der Untermensch.
Ich möchte niemandes Glauben in Frage stellen, schließlich gibt es kaum etwas privateres, etwas in jeder Seele intimeres als den Glauben, aber es gibt keinen Glauben, es gibt keinen Gott, der sich in Anspruch nehmen ließe, um Kriege loszutreten, weiter zu führen, den zugefügten Schmerz zu entschuldigen. Das gilt für alle. Den Glauben der Menschen, gleich wie sie ihren Gott nennen, zum Zwecke der Eroberung oder der Rache zu missbrauchen oder ihn als Balsam für die Opfer in Anspruch zu nehmen ist die übelste Form von Manipulation, die nur noch überboten wird von der Arroganz ihn in den Zeugenstand zu rufen, um die eigene Sache zur gerechten Sache zu erklären, die das Opfer wert ist. Nein, es ist kein Argument den mahnenden Finger zu heben, um anschließend auf die “anderen” zu zeigen, die doch angefangen hätten, die es doch genauso machen, die doch noch viel schlimmer sein. Gleichgültig wie. Würden all die Gottes- und Freiheitskrieger, weniger ihre vermeintlichen Götter, sondern die Achtung vor dem Anderen als dem Ebenbürtigen ernst nehmen, so wüssten sie, das einzig ein Wort der Demut, der Vergebung, des Entgegenkommens den Morden ein Ende setzen kann, denn die Logik des Krieges ist die Fortführung des Krieges. Leider ist dieses Wort nicht gesprochenes Wort geworden, statt dessen können wir in Obamas Rede weiter lesen: “These past 10 years tell a story of resilience. The Pentagon is repaired, and filled with patriots working in common purpose.”

Read more: http://www.upi.com/Top_News/US/2011/09/11/Transcript-of-Obamas-911-speech/UPI-16831315785864/#ixzz1Y0K8x0E2

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Nachtrag 11.September : 15. Oktober – Toma la calle

Als in den letzen Wochen die ersten Artikel zu dem nun anstehenden zehnten Jahrestag von 9/11 publiziert wurden, hielt sich mein innerlicher Ärger kaum in Grenzen.
Wie kann es ein, dass es nach zehn Jahren in den so genannten Mainstream Medien immer noch verboten ist wenigstens die einfachsten Fragen zu diesem Ereignis zu stellen? Definiert sich die Qualität journalistischer Arbeit bei einem derart brisanten Thema wirklich dadurch jeden Fragenden von oben herab zu disqualifizieren?
Der 11. September ist sicherlich nicht allein ursächlich für die Entwicklung der Welt in den letzten zehn Jahren, aber er hat einen wesentlichen Anteil daran, und umso dringlicher erschien es mir seither, dass hier jede Verletzung des Wahrheitsgebotes, ja jede noch so unbedeutend erscheinende Nachlässigkeit ein Vergehen an allen Menschenleben ist, die in der Folge geopfert werden sollten. Wie hoch der Wahrheitsanspruch der Koalition der Kriegswilligen wirklich war, sollte uns dann Collin Powell in seinem sensationellen Powerpointmärchen über die irakischen Massenvernichtungswaffen demonstrieren,  das er dann schließlich selbst als Schandfleck seiner Karriere bezeichnete. Immerhin die getöteten Zivilisten werden seine Reue wohlwollend zur Kenntnis nehmen.
Eine Forderung nach Bedingungsloser Wahrheit, nach einer wahrlich unabhängigen Kommission war und ist für mich stellvertretend für den Kampf um eine echte Demokratie und so machte ich mich auf die Suche nach Mitstreitern, nach Verbündeten, die mit mir gemeinsam eine Demonstration organisieren um an eben jenem Jahrestag dieser Forderung lautstark Gehör zu verschaffen.
In den nun folgenden Gesprächen ließ sich aber schnell erkennen, dass das Thema doch nicht das Mobilisierungspotential hatte, dass ich unterstellt hatte. Das ist ganz sicherlich keine inhaltliche Frage, denn die meisten Menschen stimmten meiner Forderung durchaus zu. Ob es eine innerliche Hemmschwelle gibt, die sich aus dem Unwort Verschwörungstheoretiker ergibt mag ich nicht ausschließen. Zuletzt aber glaube ich liegt es daran, dass die Fokussierung auf dieses Thema den meisten als zu rückwärts gewandt erschien. Was sollte die Forderung nach einer unabhängigen Kommission bringen. Sie würde nicht kommen. Nicht auf diesem Wege. Warum sollten sich deutsche Politiker den Unbill ihrer amerikanischen Freunde auf sich ziehen? Und, so die weitaus berechtigtere Frage, gibt es nicht akut andere Fragen, die deutlich mehr drängen, die in dieser Zeit nicht bedeutender sind. Für viele, die jetzt in den Zwanzigern sind ist 9/11 auch schon eher Geschichte, denn sie erleben ihre Probleme jetzt, mögen sie auch damit zusammenhängen. Für sie ist der 15.Oktober wohl das wichtigere Datum. Der Aufruf von «Democracia Real Ya!» liegt ihren Herzen näher. (Nachzulesen ist er hier.)
Und weil ich mich diesem ebenso verbunden fühle und weil es wichtiger ist alle Kräfte zu bündeln und nicht zuletzt, weil vielleicht eine echte Demokratie auch eine echte Aufklärung veranlassen wird, möchte ich meinen Aufruf zurückziehen und mich diesem anschließen.

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11. September 2001/2011 – Demo in München

11. September 2001/2011

zehn Jahre Suche nach der Wahrheit

Ein Anschlag, der die Welt veränderte

und eine Kommission, die nichts zu sagen hatte

Für eine unabhängige, umfassende und vollständige

Aufklärung von 9/11 !

Auf der Suche nach Mitstreitern für Demo in München!

I am not convinced!“ Das waren die entschlossenen Worte von Joschka (inzwischen Herrn Joseph) Fischer, die er dem Kriegstreiber Rumsfeld entgegenhielt und Amerika damit die Folgschaft in den Irakkrieg versagte

Nach der „bedingungslosen Solidarität“ Schröders – damals sicher aufrichtig der historischen und politischen Freundschaft mit Amerika geschuldet – hatte ich nach diesem Auftritt Fischers auf der Münchner Sicherheitskonferenz die Hoffnung, dass bedingungslos nicht vollständig kopf- und kritiklos bedeutet, und zumindest die Bedingung der Wahrhaftigkeit von Bedeutung ist.

Joseph hatte seinen Auftritt. Die Kriege fanden dennoch statt.

>Zum zehnten Jahrestag erwartet uns nun das allgemeine „Wir Verneigen uns vor den Toten“. Allen Toten?

Sicher nicht! Lediglich vor den Opfern des Anschlags, nicht aber den Opfern der Kriege. Selbst das Ritual der namentlichen Aufzählung der Opfer des Anschlages ist unaufrichtig, denn obwohl ausgiebig Rache und präventives Morden über den ausgemachten Feind gebracht wurde, blieb man die bedingungslose Aufklärung über die Vorbereitung und Durchführung des Anschlags sowohl den Opfern als auch ihren Angehörigen bis heute schuldig. Schuldig blieb man sie auch dem Rest der Welt, schuldig blieb man sie den Soldaten, die man auf das Schlachtfeld schickte, schuldig blieb man sie den Feinden, die man niederstreckte und schuldig blieb man sie zu allererst den Zivilisten, die für diesen grausame Logik von Prävention und Rache zu bluten und zu sterben hatten.

Was ist damals passiert?

Zehn Jahre füllt diese eine Frage nun seitenweise Bücher, Blogs und Streitschriften und bleibt dennoch unbeantwortet und provoziert so nicht nur vielfältige Theorien, sondern hinterlässt bei allen Fragenden ein Gefühl der Ohnmacht, nicht selten auch der Wut. Zehn Jahre wird dieses historische Loch bereits mit allen möglichen Annahmen, Behauptungen, Propaganda, Information und Desinformation aufgeschüttet und lässt sich doch nicht schließen. Es bleibt eine immer weiter schwelende Entzündung im kollektiven Bewusstsein, gegen die es nur eine Hilfe gibt.

Eine Untersuchung, die im Umfang dem Ausmaß und Konsequenzen dieses Verbrechens gerecht wird und alle Anforderungen eines echten um Wahrheit bemühten Verfahrens erfüllt.

Eigentlich eine Selbstverständlichkeit möchte man meinen, doch in unserer Nachrichten-am-Laufband-Medienwelt wurde von Anfang für alle Fragenden eine Schmuddelecke eingerichtet. Das ist schäbig.

Da ich nun absolut keine Lust habe mir am 11. September das mit Pauken und Trompeten inszenierte Jahrestags-Verschweigen mit anzusehen, habe ich mich entschlossen mit diesen Zeilen nach Verbündeten zu suchen, die mit mir gemeinsam das symbolträchtige Datum nützen wollen und auf einer Demonstration, auch in München, die Forderung nach einer erneuten Untersuchung laut und deutlich vertreten.

Es bleiben noch vier Wochen Zeit und so wird es kein Problem sein in einem Team alles nötige vorzubereiten. Ich habe mich bereits erkundigt und von Seiten der Stadt gäbe es wohl keine Hindernisse. Sobald sich also nun entschlossene Mitstreiter gefunden haben, steht einer Anmeldung nichts mehr entgegen.

Es gilt die Menschen zu mobilisieren, Equipment aufzutreiben und natürlich gute und aussagekräftige Redner zu finden. Wer also Lust und Kraft hat und von einer ähnlichen Wut umgetrieben wird, ist herzlich eingeladen dies in die Tat umzusetzen.

Manch einer mag fragen: Wozu?
Es wurde doch alles eingehend untersucht. Die Täter stehen fest.

I am not convinced!

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